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veröffentlicht am 24.08.2017

"Es ist an der Zeit, unsere Verantwortung wahrzunehmen und zu handeln"

Dalia Kellou, Aktivistin aus Österreich, hat vergangene Woche an dem Greenpeace-Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis teilgenommen. Nach mehreren Stunden wurde sie von der norwegischen Küstenwache festgenommen – so wie der Rest der Crew des Greenpeace-Schiffs „Arctic Sunrise“. Darauf folgten drei Tage der Ungewissheit. Nun ist Dalia wieder frei und erzählt uns, wie sie die vergangenen Tage erlebt hat.

Viele Menschen fragen sich vermutlich, wie es sich anfühlt an Bord eines Schiffs zu sein, das von der Küstenwache beschlagnahmt wurde und in diesem Augenblick in Richtung Festland geschleppt wird.

In diesem Moment überschlagen sich meine Gefühle und Gedanken. Es hat sich gut angefühlt, vor Ort zu sein in dem Bewusstsein, dass Statoil seine Bohrungen für einige Stunden stoppen musste, da wir uns in ihrer Sperrzone befanden. Teilweise war es auch unangenehm und anstrengend. Wir saßen insgesamt fast neun Stunden im Kajak: Das sind neun Stunden draußen in der arktischen Kälte, mit nassen Händen und ohne die Beine bewegen zu können. Auch die massive Ölbohrplattform war furchteinflößend. Das steil aufragende Gerüst passt einfach nicht in diese unendlich weite Wasserlandschaft. Es war ein merkwürdiges Gefühl als wir schließlich in unseren kleinen Kajaks unter die riesige Plattform paddelten und hinaufschauten. In dem Moment wurde ich richtig wütend – auf die Menschen, die sich das Recht herausnehmen, diese Gegend zu gefährden. Die rücksichtslos die letzten Tropfen Öl aus der Erde saugen und sich an fossile Rohstoffe klammern, anstatt einen Wandel hin zu erneuerbaren Energien in Gang zu setzen.

Die Aktion hat mich in meinem Gefühl bestärkt, dass ich genau das Richtige tue. Wir stehen an einem Punkt in der Geschichte, an dem Klimawandel nicht nur in Statistiken klar ersichtlich ist, sondern an dem wir die katastrophalen Auswirkungen in unserem Alltag spüren. Es ist an der Zeit, unsere Verantwortung wahrzunehmen und zu handeln.

Trotz der Ungewissheit, was mit uns passieren wird, bin ich sehr zufrieden. Wir haben erreicht, was wir erreichen wollten. Wir haben das schmutzige Geschäft von Statoil unterbrochen und der Welt gezeigt, was derzeit in der Arktis passiert. Und wir haben Statoil Nachrichten aus aller Welt überliefert, die arktischem Öl eine klare Absage erteilen. Die Nachrichten waren für mich ein ganz wichtiger Teil unserer Aktion. Sie waren in gewisser Weise der Grund für mich, dieses Abenteuer anzutreten. Denn es sind nicht nur ein paar Individuen, die gegen die Ölbohrungen auftreten, es sind tausende Menschen. Gemeinsam mit ihnen wollten wir durch unsere Aktion für den nötigen Wandel einstehen und nach Shell auch weitere Ölkonzerne aus der Arktis verscheuchen.

Die Nachrichten sind Teil der Zeugenaussagen, die im November genutzt werden um der norwegischen Regierung für ihr unverantwortliches Handeln den Prozess zu machen. Eine Lizenz für Korpfjell, das nördlichste Ölbohrgebiet in der Barentssee, wo auch unser Protest stattfand, hätte nicht erteilt werden dürfen. Das widerspricht der norwegischen Verfassung und gefährdet die Zukunft und Gesundheit nachkommender Generationen.

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