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veröffentlicht am 25.07.2017

Gier nach Arktis-Öl bedroht Naturparadies

Das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ ist wieder unterwegs, um der Welt über neue Ölbohrungen in der Arktis zu berichten. Von Norwegen kürzlich vergebene Bohrlizenzen gefährden das einzigartige Naturschutzgebiet Bäreninsel. Gleichzeitig verstoßen sie gegen die Klimaschutzziele und die Verfassung Norwegens. Aus diesem Grund haben Greenpeace Nordic und Nature & Youth die norwegische Regierung verklagt.

In der arktischen Barentssee ist dieses Jahr mit einem Rekordhoch an Bohrungen zu rechnen. Denn im vergangenen Mai hat die norwegische Regierung an 13 Konzerne neue Ölbohrlizenzen vergeben, unter anderem an die österreichische OMV. Die nördlichste Bohrung soll 400 km vom Festland entfernt nahe der maximalen Ausbreitung der arktischen Eisdecke stattfinden.

Norwegens Regierung pokert mit Bäreninsel

Ein Teil der neuen Bohrlizenzen ist dem Naturschutzgebiet Bäreninsel bedrohlich nahe. Die südlichste Insel von Spitzbergen ist aufgrund ihrer Abgeschiedenheit ein unberührtes Naturparadies. Das flächendeckende Schutzgebiet beheimatet die größte Vogelkolonie der nördlichen Hemisphäre. Sie umfasst 126 verschiedene Vogelarten, von denen einige bereits auf der Liste der bedrohten Tierarten stehen. Jedes Jahr nisten hier etwa 1,5 Millionen Vögel. Doch auch für Robben, Walrosse, Delphine, Wale und manchmal sogar Eisbären bietet die Bäreninsel einen unverzichtbaren Lebensraum.

Österreichs Beteiligung an der Bedrohung der Arktis

Der österreichische Mineralölkonzern OMV führte bereits Anfang 2016 Probebohrungen in der Nähe der Bäreninsel durch – unter schwierigsten Wetterbedingungen. Ölbohrungen sind immer riskant, doch die OMV hat kaum Erfahrung im Umgang mit den extremen Bedingungen im arktischen Winter. Eisige Kälte, lange Phasen der Dunkelheit und extreme Stürme mit bis zu fünf Meter hohen Wellen stehen in jener Jahreszeit immer wieder auf der Tagesordnung.

Das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ war deshalb schon damals vor Ort. Aktivisten und Aktivistinnen hatten gegen die hochriskante Ölbohrung der OMV in der Arktis protestiert. Mit an Bord Lukas Meus, Arktis-Sprecher von Greenpeace in Österreich und Expeditionsleiter auf dem Schiff. „Um verantwortungsvoll zu handeln, muss sich die OMV aus der Arktis zurückziehen und sich in ihrer Strategie neu orientieren. Der einzig richtige Weg ist weg von fossiler hin zu erneuerbarer Energie“, meint Lukas Meus.

Arctic Sunrise sticht wieder in See

Der Welt zeigen, welche Bedrohung Ölbohrungen für das sensible Ökosystem der Arktis und für das Klima bedeuten – das will die Crew der “Arctic Sunrise”. Dabei erhalten die Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten aktuell Unterstützung von Joanna Sustento von den Philippinen. Joanna verlor beim Super-Taifun Haiyan 2013 fast ihre ganze Familie. Als Überlebende dieser Klimakatastrophe weiß sie, wovon sie spricht: “Wenn Regierungen wie jene Norwegens die Ölförderung durch neue Lizenzen ankurbeln, könnten Super-Taifuns zur Normalität werden. Das ist wirklich beängstigend. Ich hatte keinen Einfluss auf den Taifun, der mein Zuhause zerstört hat, aber die norwegische Regierung kann etwas dagegen unternehmen. Meine Hoffnung gilt den vielen Menschen, die sich weltweit mit friedlichen Aktionen für das Klima einsetzen und die Politik in die Verantwortung nehmen.”

Greenpeace-Klage gegen arktisches Öl

Aufgrund der Lizenzvergabe bringen Greenpeace Nordic und die Organisation Nature & Youth die norwegische Regierung im November 2017 vor Gericht. Denn die Vergabe der neuen Lizenzen widerspricht dem Pariser Klimaschutzabkommen, das Norwegen als eines der ersten Länder ratifizierte. Überdies sind sie verfassungswidrig. Denn Norwegens Verfassung garantiert eine gesunde und sichere Umwelt für die kommenden Generationen. Und das kann nur ohne weitere Ölbohrungen gelingen.

Unterstützen Sie Greenpeace beim Schutz der Arktis und unterzeichnen Sie die Petition „Die Menschheit vs. Arktisches Öl“

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